Welche Blutwerte sind normal?

Die eigenen Blutwerte sind für eine Vielzahl von Patienten wie das berühmte Buch mit sieben Siegeln. Ordnet der behandelnde Arzt eine Blutentnahme an, dann wird allgemein angenommen, dass es damit seine Richtigkeit hat. Nach wenigen Tagen liegen die Laborwerte vor und bieten dem Arzt gute Anhaltspunkte, wie es um seinen Patienten bestellt ist. Dabei kann der Patient in den wenigsten Fällen wissen, was hinter den einzelnen Blutwerten steckt und welche Schlüsse daraus gezogen werden können.

Als besonders verwirrend erweist es sich, wenn der Arzt gewechselt wird und somit auch ein anderes Labor die Blutwerte ermittelt. Unter Umständen werden die vorher unverdächtigen Blutwerte eingehendere Untersuchungen durch den neuen Arzt begründen, weil das Labor andere Normwerte zu Grunde legt. Wird z. B. das gleiche Blut an verschiedene Labore verschickt, werden unter Umständen unterschiedliche Ergebnisse ermittelt.

Das Blut verrät sehr viel über den gesundheitlichen Zustand und kann helfen, schwere Erkrankungen im Frühstadium zu erkennen oder Risiken auszuschließen. Einen ersten Hinweis auf eine Erkrankung kann z. B. eine erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit geben. Der entsprechende Wert kann ein Hinweis auf eine Entzündung oder eine fortgeschrittene Krebserkrankung im Körper sein. Der Normalbereich liegt bei Männern nach der ersten Stunde zwischen 3-15 mm und bei Frauen zwischen 6-20 mm. Die Ermittlung der Blutsenkungsgeschwindigkeit findet in der Regel in der Arztpraxis statt, denn hierzu ist keine aufwendige Labortechnik erforderlich.

Blutwerte werden im Labor überprüft

Blutwerte werden im Labor überprüft

Die im Labor untersuchten Blutwerte geben Aufschluss über verschiedene Vorgänge im Körper des Patienten, die abhängig von der Bewertung durch den Arzt behandlungsbedürftig, beobachtungswürdig oder völlig unbedenklich sein können. Die entsprechenden Parameter informieren über unterschiedliche Stoffwechselerkrankungen sowie über die Über- bzw. Unterfunktion der inneren Organe. Allerdings sind nicht alle möglichen Parameter Bestandteil der Bestimmung der Blutwerte. Die Anzahl ist auf 15-20 Parameter reduziert und gibt lediglich einen groben Überblick. Idealerweise hebt der Patient selbst Kopien der Blutwerte in seinen Unterlagen auf, auch wenn sie kostenpflichtig sind. Damit hat der Patient selbst einen Vergleich, ob die vom Arzt relativierte Aussage, dass alle Werte normal seien, nicht doch ein Nachfragen erfordert. Leicht werden Hinweise auf Krankheiten übersehen, die schwerwiegende Folgen für den Patienten haben können. Beharrliches Nachfragen führt dazu, dass der Patient einen tieferen Einblick erhält und die Blutwerte für ihn nicht mehr wie Fachchinesisch wirken.

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